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Selbstmitgefühl – ein Gefühl, das manchmal gar nicht auszuhalten ist und das so schwer erscheint. Warum ist das so?

Immer wieder fällt mir in meinen Therapiesitzungen mit Klient:innen auf, dass sie sich für das, was sie sind und wie sie sich fühlen selbst verurteilen. Und für sich kein Selbstmitgefühl haben

Sie halten sich für blöd, gestört, verrückt, nicht normal… Da ist ganz viel Scham, weil sie nicht funktionieren, aus der Reihe tanzen oder Dinge nicht so hinbekommen wie (scheinbar) alle anderen. Vielleicht sind sie selbstunsicher, brechen schnell in Tränen aus, sind sofort verletzt, nicht belastbar oder übermäßig ängstlich.

Mit jedem Gedanken, mit dem sie sich dafür selbst bewerten und verurteilen, verletzen sie sich von neuem. Vielleicht sind das genau die Bewertungen und Verletzungen, die sie als Kind schon gehört haben –

„Du bist faul, kannst nichts, stell dich nicht so an, guck mal wie erfolgreich XY ist, jetzt mach doch einfach mal…“

All das will man nicht sein und schon gar nicht in den Augen anderer.
Also ist die Konsequenz: weg damit! Wegdrücken, noch mehr Leistung, Tabletten gegen die Ängste, Rückzug, sich verausgaben.

Auf alle Fälle verlässt man sich selber.

In meiner Welt als Hypnosetherapeutin sprechen all diese Gefühle davon, dass es innere Anteile und Emotionen sind, die gesehen und gefühlt werden wollen. Sie laden dazu ein, hinzuschauen und alte Bedürfnisse zu befriedigen und Traumen zu erlösen.

Wenn ich in diesen Momenten meine Klienten dazu anleite, mit Mitgefühl auf sich selbst zu schauen, fällt das oft sehr schwer. „Wie, das Ungeliebte soll ich mit Mitgefühl anschauen?“ Wiederstand entsteht. Diese Anteile scheinen wirklich nicht liebenswert zu sein.

Ebenso die Erkenntnis:

„Das ist genau das, wonach ich mich immer schon gesehnt habe! Mit Mitgefühl und Liebe angeschaut zu werden. Mit Sanftheit statt Verurteilung.“

Und:

„Ich habe gar keine Schuld daran, ich war ja selber noch ein Kind. Ja, und Einsamkeit tut ganz schön weh – auch wenn ich verstehen kann, wie die Situation meiner Eltern war.“

Oft laufen hier die Tränen. Es ist sehr schmerzhaft, sich in seiner Bedürftigkeit zu sehen. Mit allen Ängsten und allen Momenten, wo man einfach nur stillgehalten oder die Einsamkeit ausgehalten hat. Sich in diesem Schmerz mit Mitgefühl ansehen und halten ist so unglaublich schwer und manchmal schier nicht auszuhalten. Denn die alten und verdrängten Gefühle werden wieder präsent. Und bewusst, wie bedürftig man in dieser Situation selber war.

Eine gute Brücke und Hilfestellung kann hier die die Vorstellung sein, ein anderer Mensch oder ein Tier hätte genau das erlebt. Wäre genau so einer so schlimmen Situation ausgesetzt gewesen. Würde ich ihn verurteilen? Dafür, dass er Angst hat, sich schämt oder einfach traurig ist? Oder kann ich diesen anderen Menschen in seinem Leid mit Mitgefühl ansehen?

In den meisten Fällen gelingt das viel leichter. Und es wird klar, wie wenig man sich selbst bisher dieses Mitgefühl geben konnte. Weil der erlebte und gefühlte Schmerz einfach nicht aushaltbar ist.

Dieser Schritt des Erkennes ist ein so wichtiger Schritt auf dem Weg der Heilung! Und der nächste: es immer und immer wieder im Alltag zu praktizieren und zu üben: sich selbst mit Mitgefühl anzuschauen, zu halten und das zu geben, was man damals so dringend gebraucht hätte – ein liebevoller und mitfühlender Blick auf sich selber!

Selbstmitgefühl kann man lernen!

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