05605 - 9 41 95 50 marion@marion-hanekamp.de

Wenn ich die Yager-Therapie beschreiben müsste, wäre sie wie eine sehr unterschätzte und etwas merkwürdig anmutende Genialität, die gefühlt wirkliche Wunder bewirken kann. Der Begriff Yager-Therapie klingt irgendwie sperrig. Wie noch eine weitere Methode mit großen Versprechungen – irgendwie wenig verlockend.
So habe ich sie auch immer ein wenig belächelt und wenig Interesse daran gehabt sie kennenzulernen.
Nachdem ich sie gelernt hatte, begann ich fast sofort sie zu lieben!

Ich kann sagen: je länger ich sie anwende, umso klarer zeigen sich ihre Besonderheiten und Superkräfte. Ich schätze sie mittlerweile sehr, diese Yager-Therapie, auch Yager-Code genannt. Sie hat mittlerweile einen dominanten Platz in meiner Praxis bekommen und ist gar nicht mehr wegzudenken. Kreativ und erstaunlich strukturiert zugleich.

Was ist die Yager-Therapie?

Die Yager-Therapie ist vor weit mehr als 40 Jahren von Prof. Dr. Edwin Yager (Klinischer Psychologe, Professor für Psychiatrie an der Medizinischen Fakultät der University of California, USA) entwickelt und begründet worden. Sie ist auch unter dem Namen “Sublimial Therapy” bekannt.

Auch wenn bei der Anwendung der Yager-Therapie der Klient nicht, wie bei der Regressionshypnose in die Trance geführt wird, gehört sie zu den hypnotischen Methoden. Während der Anwendung geht der Klient in der Regel ganz von alleine in die Trance. Die eigentliche Arbeit geschieht – wie bei der Hypnose auch – im Unterbewusstsein.

Das Besondere an der Yager-Therapie und das, was ich an ihr so schätze, ist:

  • dass man nicht mehr in die alten Geschichten rein muss. Noch nicht einmal wissen muss, was die Ursache des Problems ist. Und trotzdem können diese Dinge zuverlässig und sehr effektiv gelöst werden.
  • Auf diese Weise werden Retraumatisierungen vermieden
  • Sie funktioniert auch, wenn es jemandem ansonsten schwer fällt, sich hypnotisieren zu lassen und in die Trance zu gehen. Das funktioniert so gut, da hier der Fokus komplett auf etwas anderes ausgerichtet ist.

Wie funktioniert das?

Um zu erklären, wie die Yager-Therapie funktioniert, möchte ich folgendes Bild nutzen:

Sell dir mal dein Bücherregal zu Hause vor. Lass uns mal die Bücher in diesem Bücherregal stellvertretend für all die Erlebnisse, Erfahrungen und Dinge nehmen, auf die dein Bewusstsein Zugriff hat. Das heißt alles, an das du dich bewusst erinnern kannst. Das ist ín der Regel recht überschaubar. Manche Bücher hast du vielleicht schon öfter gelesen, vielleicht sind es Lieblingsbücher, mache stehen dort und verstauben.

Für all das, was im Unterbewusstsein gespeichert ist, nimm mal das Bild einer großen Bibliothek, vielleicht die Stadt- oder Unibibliothek einer großen Stadt. Hier ist alles gespeichert, was du bisher in deinem Leben erlebt hast. Dieses Wissen ist aber deinem bewussten Verstand nicht zugänglich.

Hier braucht es eine Unterstützung, um Zugang zu diesen unbewussten Informationen zu bekommen. Das ist in diesem Fall dein höheres Selbst oder eine höhere Instanz, Intelligenz oder dein Überbewusstsein, je nachdem, wie du es nennen magst. In der Sprache der Yager-Therapie nennen wir diese Instanz „Zentrum“. Du kannst dir Zentrum wie den Bibliothekar vorstellen. Du kannst ihn zu einem Themenbereich befragen und er wird die entsprechenden Bücher raussuchen.

Übertragen auf die Arbeit mit der Yager-Therapie bedeutet das:

Der Klient stellt die Kommunikaton mit diesem Zentrum her: das kann zum Beispiel über eine vorgestellte Tafel, über Körperempfindungen oder ideomotorische Fingersignale sein.

Wenn die Kommunikation mit Zentrum steht, ist die einzige Aufgabe des Klienten, zu beobachten, welche Antworten Zentrum auf die von mir gestellten Fragen und Aufgaben gibt. Diese Antworten sind in der Regel sehr überschaubar, tatsächlich können Ja, Nein und Fertig als Antworten ausreichen.

Zu dem zuvor ausgearbeiteten Thema leite ich Zentrum nun an, alle Lebensereignisse (=Bücher=Teile) zu suchen und sie nach und nach zu rekonditieren.

Rekonditionieren – was bedeutet das und wie funktioniert das?

Jede Erfahrung, die jemand im Laufe eines Lebens macht, ist im Unterbewusstsein gespeichert. Laut Dr. Edwin Yager führen sie zu Teilen des Geistes. Manche können auch heute noch Probleme bereiten, denn sie stecken immer noch in der Zeit, in der sie erstanden sind fest. So wie ganz kindliche oder jüngere Anteile, die automatisch reagieren und z.B. Immer noch Angst verursachen können, auch wenn die auslösende Situation vor 30 Jahren stattgefunden hat.

Zentrum versucht nun etwas über dieses Teil zu erfahren und es dann über das aktuelle Leben des Klienten aufzuklären und zu informieren. Das Ziel dabei ist, dass dieses Teil wachsen kann und das heutige Leben verstehen und unterstützen kann, statt weiter das Problem zu verursachen. Dabei geht es nie ums Wegmachen, sondern ums Wachsen lassen und Integrieren von jüngeren Anteilen. Das nennt man in der Sprache der Yager-Therapie Rekonditionierung.

Was macht der Klient, während Zentrum arbeitet?

Während Zentrum diese wertvolle Arbeit macht, kann der Klient sich innerlich zurücklehnen und einfach nur die Antworten von Zentrum empfangen und weiterleiten. Er muss nichts über die Teile erfahren, er muss nicht in die Geschichten einsteigen oder gar mit dem bewussten Verstand versuchen zu verstehen, welche Ereignisse das wohl waren. Denn dann ist er wieder genau dort, wo es ihm bisher nicht möglich war, zu einer Lösung zu kommen.

Also zurücklehnen und geschehen lassen. Dabei geht der Klient in der Regel von alleine in eine Trance hinein. Er muss noch nicht einmal die von mir gestellten Fragen und Aufgaben verstehen. Vielleicht empfängt er, während Zentrum arbeitet, innere Bilder oder Fetzen von Erinnerungen. Oder er spürt, dass es im Körper oder im Gehirn arbeitet. Genau so oft kommte es vor, dass der Klient nichts wahrnimmt. All das ist richtig und okay!

Natürlich kommt es vor, dass der Verstand weiter denkt und sich Fragen stellt. Wie zum Beispiel: „Mache ich das überhaupt richtig? Nehme ich Zentrum richtig wahr oder gebe ich mir selber die Antwort? Kann das überhaupt funktionieren? ….“
Auch das darf sein ist vollkommen normal. Stell dir einfach vor, dass die Arbeit im Hintergrund, wie zum Beispiel ein Computerupdate, abläuft.

Wie geht es dann weiter?

In jeder Sitzung suchen wir alle Teile zu einem Thema und rekonditionieren diese. Auch wenn man eigentlich „gar nichts macht“ ;-), fühlen sich viele Klienten nach dieser Arbeit sehr erschöpft.

Im Alltag zeigt sich dann schließlich, was und wieviel sich verändert hat. Meine Erfahrung ist, dass die Veränderung nicht immer linear verläuft. Manchmal kann zuerst an einer anderen Stelle eine Veränderung bemerkt werden, die auf den ersten Blick nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun hatte. Auch gibt es manchmal in den ersten 1-2 Tagen so etwas wie eine Erstverschlimmerung. All das bedeutet jedoch nicht, dass die Arbeit nicht erfolgreich war!

Es macht Sinn, mit mindestens einer oder mehreren weiteren Sitzungen nachzuarbeiten. In einer einzigen Sitzung werden selten alle zu diesem Thema gehörenden Teile gefunden und rekonditioniert. Manche Teile werden auch erst später sichtbar. Normalerweise macht man so viele Sitzungen, bis keine Teile mehr gefunden werden können.

Das Besondere an der Yager-Therapie:

  • Zentrum lernt sehr schnell. Wenn die Kommunikation ersteinmal steht, geht die eigentliche Arbeit in der Regel sehr schnell.
  • In den von Dr. Yager durchgeführten Studien wurde festgestellt, dass es durschnittlich 3,5 Sitzungen braucht um ein Thema zu lösen – ganz oder mindestens zu 80 %.
  • Sie kann auf fast alle emotionalen, mentalen und auch körperlichen Themenbereiche erfolgreich und gefahrlos angewendet werden.

Erfahrungen mit der Yager-Therapie aus meiner Praxis:

Fallbeispiel 1:

Auf meinen Artikel in der „Herzstück“ über Rückführungen in den Mutterleib haben sich einige Interessentinnen gemeldet, deren Thema Zurückweisung durch ihre Mütter war. Sie waren immer noch sehr in ihren alten Geschichten verhaftet und spürten viel Groll und Wut auf die Mutter. Sie wünschten sich Heilung von diesen schlimmen Gefühlen. Von der Möglichkeit einer Rückführung in den Mutterleib fühlten sie sich sehr angesprochen und hofften dadurch, tiefer und besser verstehen zu können.

Im Vorgespräch waren sie sehr schwer davon abzuhalten, ihre Geschichte auszubreiten und intensiv über ihre Verletzungen zu sprechen. Prompt waren sie wieder drin in ihrem bekannten Drama. Denn diese Verletzungen und Kränkungen sind so präsent in ihrem Leben. Sie haben die Macht, immer noch weiter zu verletzen – heute genauso wie damals.

Eine Rückführung in den Mutterleib schien mir nicht der geeignete Weg zu sein.
Warum? Der Kopf war nicht frei, sich auf eine neue Erfahrung einzulassen, so tief saßen der alte Schmerz. Gleichzeitig überwog die Angst, das Schlimme noch einmal erleben zu müssen oder sogar noch etwas Schlimmeres zu erfahren. Vielleicht war man innerlich auch noch nicht wirklich bereit, loszulassen.

Ich bin dazu übergegangen, sie mit der Yager-Therapie zu begleiten. Denn im Grunde wünschten sich alle Klientinnen eine Veränderung und Verbesserung ihrer Lebenssituation. Zugehörigkeit, mehr Freude, Ankommen, Zufriedenheit, mehr Selbstbewustsein… Das geht nicht, wenn man so sehr an dem Alten festhält und eigentlich nur eine Bestätigung des Schmerzes sucht. Mit der Yager-Therape waren schnell deutliche Verbesserungen im Gesamtempfinden spürbar.

Fallbeispiel 2:

Eine Klientin kam mit dem Thema: nicht gesehen zu werden.
Sie sprang sehr gut und sehr schnell auf die Yager-Therapie an, denn sie hatte die Arbeit schon vorher kennengelernt. Bei ihr arbeitet Zentrum so, dass sie viele Bilder bekommt.

Das Besondere bei ihrer Sitzung: Am Ende einer Sitzung bitte ich Zentrum immer, auch in vorherigen Generationen nach Teilen zu suchen, die weiterhin das Problem verursachen können.
Sie bekam während der Rekonditionierung der in den vorherigen Generationen gefundenen Teile Bilder vom Krieg, Flucht der Großmutter aus Tschechien, Verstecken vor den russischen Soldaten und Bombenangriffen. Es überraschte sie sehr, dass sie solche Bilder bekam, da sie zwar von der Flucht wusste, aber keine Einzelheiten kannte und es auch nicht selber erlebt hatte. Gleichzeitig machte es total Sinn. Denn in diesem Fall war es lebensrettend, nicht gesehen zu werden. Oder eben lebensgefährlich, sichtbar zu sein. Auch hier konnten wir Leichtigkeit und Erleichterung in das Thema bringen.

Merke: Bilder zu bekommen, während Zentrum arbeitet, kann sein, muss aber nicht sein. Bei vielen Menschen läuft die Rekonditionierung ohne besondere Wahrnehmungen ab.

Mein Fazit:

Ich arbeite unglaublich gerne mit der Yager-Therapie und sie überrascht mich jedes Mal aufs Neue! Auch wenn sie sehr schnell Veränderungen bringen kann (durchschnittliche 3,5 Sitzungen sind sensationell schnell!) gehört sie für mich nicht zu den Schnell-weg-mach-Methoden. Denn bei der Yager-Therapie macht der Klient diese Arbeit selber. Er kann sie sogar alleine für sich zwischen den Sitzungen weiter anwenden.

Es tut unglaublich gut, mal nicht in die alten Geschichten eintauchen und rumrühren zu müssen, so wie es oft in der Gesprächspsychotherapie geschieht. Man kann die Arbeit einfach Zentrum überlassen. Zu merken: das, was nicht auf Verstandesebene gelöst werden kann, lässt sich anderweitig viel einfacher lösen.

Die Yager-Therapie erfordert, sich einfach darauf einzulassen. Die Arbeit selber und das Konzept sind ersteinmal neu, fremd und gewöhnungsbedürftig. Gleichzeitig ist sie ist sehr klar und strukturiert. Und sie bietet viele kreative Möglichkeiten.
Ich bin selber oft sehr überracht und berührt, wie schnell Klienten die Kommunikation mit Zentrum lernen und sich einfach auf den Prozess einlassen können.

Aus meiner Praxis ist die Yager-Therapie nicht mehr wegzudenken und ich bin begeistert von ihren vielfältigen Möglichkeiten!

Wenn du Fragen zur Yager-Therapie oder Lust bekommen hast, sie einfach mal auszuprobieren, dann melde dich sehr gerne für ein kostenloses Kennenlerngespräch.