Was ist eigentlich ...?
Mein Hypnose-Glossar, mit den gängigsten Begriffen rund um Hypnose, in meinen eigenen Worten.
Ich werde von meinen Klient*innen immer wieder zu Begriffen und Bedeutungen rund um Hypnose gefragt.
Deshalb möchte ich hier einen Ort schaffen, um Hypnose, und wie ich sie anwende und lebe, in meinen eigenen Worten zu erklären.
Dabei nutze ich bewusst und gewollt meine ganz eigenen Erklärungen, aus meiner Erfahrung von mehr als 10 Jahren heraus.
So kannst du dir dein eigenes Bild machen und wirst vielleicht noch neugieriger auf Hypnose 🙂
Trance
Hier im Kontext der Hypnose beschreibt die Trance einen entspannten Zustand: Der Körper wird angenehm entspannt, die Atmung verlangsamt sich, der Fokus richtet sich nach innen, und es fällt leicht, mit den inneren Wahrnehmungen in Kontakt zu treten, mit Bildern, Gefühlen, Empfindungen, Gerüchen, Geschmack. Gleichzeitig wird das, was weiter im Außen passiert, mehr und mehr ausgeblendet.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl von Trance, wenn du dich ganz in ein Projekt vertiefst und etwas tust, was dir Spaß macht. Auch hier blendest du womöglich alles andere weitestgehend aus und bist ganz in dein Projekt vertieft.
Ich hatte das erst vor ein paar Tagen, als ich mit einer Klientin zum Telefonieren verabredet war. Ich war dabei, an meiner neuen Website zu arbeiten, und war darin so vertieft, dass mich erst das Klingeln des Telefons daran erinnert hat 🙂
Induktion
Das Hineinführen in die Trance, durch Worte, Vorstellungen oder Klänge, langsam oder schnell. Je nach Zweck der Hypnose und den persönlichen Vorlieben des Hypnotiseurs wählt jeder Hypnotiseur aus, wie er arbeitet.
Es gibt Blitzhypnose, bei der der Klient innerhalb von Sekunden in die Trance geführt wird, weil hier der Überraschungseffekt das möglich macht. Oder auch Induktionen, die einige Minuten oder länger dauern.
Was wäre dir angenehmer? Schnell oder sanft und langsam? Ich nutze eine Kombination aus beidem, je nach Klient und je nach Hypnose selbst.
Hypnose
Aus dem Griechischen: Schlaf. Für mich auch: ein Gedanke, der wirkt 🙂
Für mich bedeutet Hypnose einmal alles das, was in der Sitzung passiert, die eigentliche Arbeit mit dem Unterbewusstsein. Während einer Hypnose kann man ganz unterschiedlich arbeiten, je nach Ziel des Klienten und den Vorlieben des Hypnotiseurs. Manche Menschen mögen lieber mehrere kurze Sitzungen und die damit verbundene Regelmäßigkeit, andere lieben das intensive Erlebnis einer langen und intensiven Sitzung.
Schlaf
Hypnose ist kein Schlaf im eigentlichen Sinne, auch wenn das Wort Schlaf von vielen Hypnotiseuren verwendet wird. Es ist eher die Vorstellung von Entspannung und Sich-fallen-lassen, die hier am ehesten durch den Begriff Schlaf ausgedrückt wird.
Beim tiefen Somnambulismus (siehe unten) kann es sein, dass der Klient so weit weg ist, dass er die eigentliche Sitzung nicht mitbekommt.
Regression
Regression bedeutet, in der Hypnosesitzung in der Zeit zurückzureisen, entweder dorthin, wo
- der Ursprung des Problems liegt
- die erste Erinnerung an das Problem ist,
- oder eine glückliche Erinnerung ist,
- zurück in den Mutterleib,
- oder in ein früheres Leben.
Regression nutze ich vor allem bei drei Dingen: bei Ängsten, bei Verhaltensmustern, die sich immer wiederholen, und bei Gefühlen, die sich bisher nicht verändern ließen, egal wie oft du es versucht hast. Wir gehen zurück zum Ursprung, zur ersten Erinnerung oder zu dem Moment, in dem das Muster entstanden ist.
In vielen Sitzungen ist es eine Kombination aus mehreren dieser Wege. Hier geht es immer darum, die Situation anzuschauen und sie gegebenenfalls noch einmal zu erleben: um sie für sich abzuschließen und zu verändern (bei belastenden Erinnerungen), um daraus zu lernen (bei Rückführungen) oder um sie richtig aufzudrehen und zu genießen (bei glücklichen Erlebnissen).
Suggestion
In der Trance ist das Unterbewusstsein bereit, bestimmte neue Dinge anzunehmen und fest zu verankern. Dabei wird der bewusste Verstand umgangen. Dazu dienen Suggestionen.
Während einer Hypnosesitzung werden im Vorgespräch bereits die gewünschten Veränderungen formuliert, manchmal tauchen sie auch während der Sitzung selbst auf. Es ist hilfreich, den Wortlaut des Klienten zu übernehmen.
Suggestionen lassen sich in jeder Hypnosesitzung wunderbar einbauen. Sie sitzen, wenn sie sich für den Klienten so richtig gut anfühlen und tief einsinken können. Das lässt sich sehr gut an der Reaktion des Körpers erkennen.
Rückführungen
Rückführungen sind auch eine Regressionshypnose, nur über das aktuelle Leben hinaus. Sie gehen in vergangene Leben und über den Tod hinaus in das Zwischenleben, den Raum zwischen Tod und Leben. Um eine Rückführung zu machen, braucht es nicht unbedingt ein Thema, Neugier reicht.
Ich erlebe immer wieder: Klient*innen verstehen plötzlich Zusammenhänge, die vorher keinen Sinn ergeben haben. Ein Ereignis fällt an seinen Platz. Manchmal kommt das Gefühl, nicht allein zu sein, manchmal ein tiefes Gefühl von Verbundenheit.
Rückführungen sind auch eine Art Seelenreisen, ich bezeichne sie gerne so, denn auf dieser Reise übernimmt oft das Überbewusstsein oder das Höhere Selbst die Führung, die Antworten sind oft ganz andere.
Rückführungen können spirituell sein, jedoch setzt es keine besondere Spiritualität, Religion oder Gläubigkeit voraus, Neugier reicht.
Viele denken bei Rückführungen an spirituelle Konzepte, weit weg vom echten Leben. ich erlebe es umgekehrt: in Rückführungen wird oft klar, was genau jetzt, heute, in disem Leben wichtig ist.
Parts Therapy
Auch Teile-Arbeit genannt. Während der Hypnose kann man bestimmte innere Anteile visualisieren und mit ihnen kommunizieren.
Hier versteht nicht der Kopf, sondern es wird gefühlt, warum dieser Teil entstanden ist, was die ganze Zeit seine Aufgabe war. Nicht selten kommt in diesem Moment Mitgefühl auf, manchmal auch Tränen.
In der Kommunikation und durch das Verstehen wird oft klar, dass die bisherige Aufgabe gar nicht mehr nötig ist, und der Teil kann eine neue, unterstützende Aufgabe übernehmen.
Body Wisdom
Ähnlich wie bei der Parts Therapy kann der Klient bei körperlichen Problemen während einer Hypnose durch seinen Körper reisen und mit dem verursachenden Körperteil kommunizieren.
Dein Körper spricht oft in einer Sprache, die bisher nicht verstanden wurde: Schmerz, Verspannung, Symptome. In der Body-Wisdom-Arbeit lässt sich hier direkt nachfragen was der Körper sagen will, statt weiter zu rätseln. In Verbindung mit einer Regression wird auch klar, wann und warum das Problem entstanden ist. Was es braucht, um zu heilen und was der Kinet selbst dafür tun kann.
Tiefer Somnambulismus nach Stephanie Conkle
Hier arbeiten wir mit dem Deep-Trance-Protokoll nach Stephanie Conkle. Wie der Name schon sagt, geht der Klient in eine wirklich tiefe Trance, den tiefen Somnambulismus.
Hier ist es möglich, direkt mit dem Unterbewusstsein, dem Higher Self oder sogar dem kollektiven Bewusstsein zu kommunizieren, entweder um Antworten auf bestimmte Fragen zu bekommen, oder auch, um auf körperlicher Ebene Antworten und Heilung zu bekommen.
Ideomotorische Reaktionen
Wenn ein Klient während einer Hypnose nicht spricht, kann man über ideomotorische Reaktionen direkt mit dem Unterbewusstsein kommunizieren.
Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Bewegungen der Finger: ein Finger für Ja, einer für Nein, einer für Ich weiß nicht.
Vorteil: auch dann nutzbar, wenn der Klient nicht spricht.
The Swan
Ist ebenfalls eine ideomotorische Reaktion, entwickelt von Bob Burns. Lässt sich sehr vielfältig vor, während und nach der eigentlichen Hypnose anwenden.
The Swan ist ein kleines Experiment: Deine Hand wird so gehalten, dass sie wie ein Schwan aussieht, und direkt als Vertreter des Unterbewusstseins angesprochen wird.
Durch die Anwendung des Swans lassen sich die Ergebnisse der Hypnose überprüfen und gegebenenfalls modifizieren. Das stärkt das Vertrauen des Klienten in den ganzen Prozess.
Bewusstsein und Unterbewusstsein
Bewusstsein: alles, was wir bewusst erleben und tun, macht maximal 5 % aus. Unterbewusstsein: macht mindestens 95 % aus.
Das heißt konkret, dass von dem, was um uns herum geschieht, was wir denken, wahrnehmen, fühlen oder tun, nur ein ganz geringer Teil bewusst passiert. Wir können uns darin schulen, bewusster wahrzunehmen, trotzdem wird das Unbewusste immer überwiegen.
Unter diesem Aspekt wird der Blick auf die Arbeit und Kommunikation mit dem Unterbewusstsein umso spannender.
Selbsthypnose
Es ist gut möglich, Hypnose auch für sich selbst anzuwenden, sich selbst in die Trance zu führen und Techniken anzuwenden. Auf diese Art und Weise lassen sich, je nach Erfahrung, kleinere und auch größere Themen verändern.
Jeder Gedanke ist eine Form von Selbsthypnose. Das heißt zum Beispiel: Wie ich über etwas denke, beeinflusst,
- was ich mir zutrauen oder vorstellen kann,
- wie ich mich fühle
- welche Erfahrungen ich mache,
- und wie ich darüber denke.
Damit schließt sich der Kreis: gleiche Situation, anderer Gedanke, andere Vorstellung, andere Erfahrung, anderes Ergebnis.
Lust auf ein Gespräch?
Ein kostenloses Kennenlerngespräch ist der erste Schritt.
Kostenloses Kennenlerngespräch buchen